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Feuerlöscher im Betrieb: Welche braucht mein Unternehmen?

Welche Feuerlöscher im Betrieb erforderlich sind, hängt von der konkreten Nutzung ab. Ein Büro, eine Werkstatt, eine Großküche und ein Labor benötigen nicht automatisch dieselben Geräte. Die Auswahl beginnt deshalb nicht mit einer pauschalen Stückzahl, sondern mit der Gefährdungsbeurteilung: Welche Stoffe können brennen, welche Löschmittel sind geeignet und wo müssen Geräte schnell erreichbar sein?


Teilnehmer übt den Einsatz eines CO2-Feuerlöschers am Brandsimulator
Teilnehmer übt den Einsatz eines CO2-Feuerlöschers am Brandsimulator


Die Kurzantwort: Es gibt keine Universallösung

Die Zahl auf dem Feuerlöscher, etwa 21A oder 113B, beschreibt sein geprüftes Löschvermögen. Die Buchstaben zeigen die geeigneten Brandklassen.


Die ASR A2.2 legt für Arbeitsstätten eine Grundausstattung fest und unterscheidet zwischen normaler und erhöhter Brandgefährdung. Bei normaler Brandgefährdung werden notwendige Löschmitteleinheiten anhand der Grundfläche ermittelt. Das Löschvermögen der ausgewählten Geräte muss für die vorhandenen Brandklassen ausreichen.

Bei erhöhter Brandgefährdung sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Dazu können weitere oder andere Feuerlöscher, besondere Löschmittel, kürzere Zugriffswege oder zusätzliche Feuerlöscheinrichtungen gehören. Die konkrete Entscheidung muss fachkundig aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet werden.


Verschiedene Feuerlöscher für die praktische Brandschutzhelfer-Ausbildung
Verschiedene Feuerlöscher für die praktische Brandschutzhelfer-Ausbildung


Schritt 1: Brennbare Stoffe und Arbeitsbereiche erfassen

Erstellen Sie zunächst eine Bereichsinventur. In Büros dominieren meist feste glutbildende Stoffe wie Papier, Holz und Textilien. Werkstätten können zusätzlich brennbare Flüssigkeiten, Gase, Metalle oder hohe Brandlasten aufweisen. Großküchen benötigen eine geeignete Lösung für Speiseöle und -fette.

Betrachten Sie nicht nur den Normalbetrieb. Wartung, Lagerung, Ladebereiche, Heißarbeiten und temporäre Prozesse können die Brandgefährdung verändern. Auch technische Anlagen, empfindliche Elektronik und Räume mit eingeschränkter Lüftung beeinflussen die Wahl des Löschmittels.

  • Feste Stoffe mit Glutbildung: Brandklasse A

  • Flüssige oder flüssig werdende Stoffe: Brandklasse B

  • Gase: Brandklasse C

  • Metalle: Brandklasse D

  • Speiseöle und Speisefette: Brandklasse F


Schritt 2: Löschvermögen und Löschmitteleinheiten bestimmen

Für die Brandklassen A und B nutzt die ASR A2.2 die Hilfsgröße Löschmitteleinheit, kurz LE. Das auf dem Gerät angegebene Löschvermögen wird über eine Tabelle in LE umgerechnet. Anschließend wird geprüft, ob die Summe der Geräte die für die Grundfläche erforderliche Ausstattung erreicht.

Löschvermögen verschiedener Brandklassen darf nicht einfach miteinander vermischt werden. Wenn im Bereich sowohl A- als auch B-Brände möglich sind, muss das Löschvermögen für jede vorhandene Brandklasse ausreichen. Für C, D und F gelten eigene Eignungsangaben beziehungsweise keine Umrechnung in LE.



Schritt 3: Standorte und Erreichbarkeit planen

Ein rechnerisch ausreichender Feuerlöscher hilft wenig, wenn er im Ernstfall nicht schnell und sicher erreichbar ist. Geräte müssen gut sichtbar, leicht zugänglich und an geeigneten Stellen angebracht sein. Fluchtwege, Ausgänge und Gefahrenbereiche sind typische Planungsorte.

Die Verteilung sollte zur Wegeführung und zu den Nutzungseinheiten passen. Mehrere kleinere Geräte können in einem gegliederten Bereich sinnvoller sein als wenige große. Gleichzeitig müssen Gewicht, Bedienbarkeit und die Fähigkeiten der vorgesehenen Nutzer berücksichtigt werden.

  • Keine Lagerware oder Türen dürfen den Zugriff verdecken.

  • Kennzeichnung muss auch aus der üblichen Bewegungsrichtung erkennbar sein.

  • Gefährliche Bereiche brauchen ein geeignetes Gerät in sicher erreichbarer Nähe.

  • Bei mehreren Etagen und getrennten Bereichen ist die Verteilung separat zu prüfen.


Schritt 4: Folgeschäden und Personengefährdung bewerten

Ein Löschmittel muss den Brand wirksam bekämpfen, darf aber keine unvertretbaren Zusatzgefahren schaffen. Pulver besitzt eine hohe Löschwirkung, verursacht in Innenräumen jedoch starke Sichtbehinderung und weitreichende Verschmutzung. Schaum oder Wasser kann bei festen Stoffen geeigneter sein, ist aber nicht für jede elektrische oder chemische Gefährdung passend.

CO₂ hinterlässt keine Rückstände und wird deshalb häufig bei elektrischen oder empfindlichen Anlagen betrachtet. In kleinen oder schlecht belüfteten Räumen kann die notwendige Löschmittelkonzentration jedoch lebensgefährlich werden. Die DGUV verlangt deshalb eine genaue Bewertung des Raums und eine passende Unterweisung.



Schritt 5: Ausstattung dokumentieren und aktuell halten

Für die konkrete Auslegung empfiehlt sich eine fachkundige Objektbegehung. Dieser Ratgeber ersetzt keine brandschutztechnische Einzelfallplanung.

Dokumentieren Sie Brandgefährdung, Berechnung, Löschmitteleignung, Standorte und ergänzende Maßnahmen. Änderungen an Fläche, Nutzung, Lagerung oder Produktionsverfahren lösen eine erneute Prüfung aus. Das gilt auch, wenn neue Batterietechnik, Küchenprozesse oder technische Anlagen hinzukommen. Weitere betriebliche Trainingsformate finden Sie im Schulungsangebot von Bitzer Brandschutz.

Feuerlöscher müssen funktionsfähig gehalten und regelmäßig fachkundig geprüft werden. Beschäftigte und Brandschutzhelfer sind mit der vorhandenen Ausstattung vertraut zu machen. Die richtige Beschaffung und die praktische Befähigung gehören deshalb zusammen. In der Brandschutzhelfer-Ausbildung mit praktischer Feuerlöscherübung lernen Beschäftigte, die betriebliche Kennzeichnung und Bedienung sicher einzuordnen.


Häufige Fragen


Wie viele Feuerlöscher brauche ich pro Quadratmeter?

Die ASR A2.2 arbeitet bei normaler Brandgefährdung mit einer flächenabhängigen Anzahl von Löschmitteleinheiten. Die Stückzahl hängt anschließend vom Löschvermögen der ausgewählten Geräte und von ihrer sinnvollen Verteilung ab.

Ist ein ABC-Pulverlöscher immer ausreichend?

Nein. Seine Brandklasseneignung kann breit sein, aber Folgeschäden, Sichtbehinderung, elektrische Anlagen, Fett- oder Metallbrandgefahren und die betriebliche Umgebung müssen zusätzlich bewertet werden.

Welcher Feuerlöscher eignet sich für Serverräume?

CO₂ wird häufig für elektrische und empfindliche Anlagen eingesetzt, ist in engen oder schlecht belüfteten Räumen aber mit erheblicher Personengefährdung verbunden. Raum, Lüftung, Löschmittelmenge und Alternativen müssen fachkundig beurteilt werden.



Quellen und fachlicher Stand


Feuerlöscher müssen zum Betrieb und zu den Menschen passen


Ausstattung und Unterweisung

Eine fachkundige Prüfung verbindet Brandgefährdung, geeignete Löschmittel, erreichbare Standorte und die praktische Einweisung der Beschäftigten.

 
 
 

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