Wie läuft die praktische Löschübung für Brandschutzhelfer ab?
- Alexander Bitzer
- 25. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Die praktische Löschübung für Brandschutzhelfer ist kein Showeffekt am Ende eines Kurses. Sie ist der Teil, in dem jede Person Gewicht, Auslösung, Rückstoß, Reichweite und Grenzen eines Feuerlöschers selbst erlebt. Eine gute Übung ist kontrolliert, fachkundig beaufsichtigt und auf den späteren Einsatz im Betrieb bezogen.
Was die praktische Übung leisten soll
Der Lernerfolg besteht nicht darin, die Flamme um jeden Preis zu löschen. Richtiges Abbrechen ist ebenso Teil der Übung.
Die DGUV beschreibt die Brandschutzhelfer-Ausbildung als Verbindung aus fachkundiger Unterweisung und praktischer Übung. Ziel ist der sichere Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden ohne Eigengefährdung. Dazu gehören auch eine realistische Situationsbewertung und die eigenen Grenzen. Genau diesen Theorie-Praxis-Ansatz verfolgt die Brandschutzhelfer-Ausbildung von Bitzer Brandschutz.
Die Teilnehmenden sollen nicht lernen, jeden Brand zu bekämpfen. Sie sollen erkennen, wann ein Löschversuch noch vertretbar ist, wie der eigene Fluchtweg gesichert bleibt und wann Alarmierung und Rückzug Vorrang haben.
1. Vorbereitung und Sicherheitseinweisung
Vor dem ersten Löschversuch erklärt die Übungsleitung den abgesicherten Bereich, das Brandsimulationsgerät, Wetter- und Windbedingungen, das Verhalten bei Störungen und die persönliche Schutzausrüstung. Die Übungsgeräte müssen geeignet, gewartet und eindeutig als Übungsfeuerlöscher gekennzeichnet sein.
Die Löschübung wird anhand einer Gefährdungsbeurteilung geplant. Brennbare Umgebung, Verkehrswege, Nachbarschaft, Rauch- oder Wärmeentwicklung und die körperlichen Voraussetzungen der Gruppe sind zu berücksichtigen. Niemand darf gegen den Wind oder in einen unsicheren Bereich geschickt werden.
2. Feuerlöscher kennenlernen und aktivieren
Die Teilnehmenden identifizieren Sicherung, Auslösemechanismus, Schlauch oder Schneerohr sowie die richtige Griffposition. Bei Auflade- und Dauerdrucklöschern unterscheiden sich die Bedienabläufe. Deshalb sollte die Übung die Bauart im eigenen Unternehmen möglichst realistisch abbilden.
Noch vor dem Feuer wird eine kurze Funktionskontrolle und Trockenbewegung durchgeführt. Die Person richtet die Löschdüse erst nach dem Entsichern auf den vorgesehenen Bereich und hält Abstand zu anderen Teilnehmenden.
3. Annäherung und eigener Löschversuch
Beim kontrollierten Entstehungsbrand nähert sich die Person so, dass der Rückzugsweg frei bleibt. Windrichtung, Wärmestrahlung und effektive Reichweite bestimmen den Abstand. Das Löschmittel wird auf den Brandherd und nicht ungezielt in die Flamme gerichtet.
Die Übungsleitung beobachtet Haltung, Abstand, Strahlführung und Reaktion auf Veränderungen. Jede Person erhält ausreichend eigene Übungszeit. Die DGUV nennt erfahrungsgemäß fünf bis zehn Minuten pro Teilnehmenden; Gruppengröße und Szenario beeinflussen den tatsächlichen Zeitbedarf.
Alarmierung und Fluchtweg gedanklich vor den Löschversuch stellen.
Wind und sichere Annäherungsrichtung prüfen.
Gerät erst am Einsatzort aktivieren und kontrolliert einsetzen.
Brandentwicklung fortlaufend beurteilen.
Bei Rauch, Hitze oder unklarer Lage sofort zurückziehen.
4. Auswertung und Lernerfolg
Direktes Feedback macht aus der Handlung eine Kompetenz. Die Übungsleitung erklärt, warum ein Abstand günstig war, wann das Löschmittel wirkte und wo eine Eigengefährdung entstanden wäre. Teilnehmende sollen Fragen stellen und den Ablauf mit eigenen Worten wiedergeben.
Unterschiedliche Löschmittel und Brandklassen werden anschließend eingeordnet. Nicht jedes Löschmittel muss tatsächlich versprüht werden. Entscheidend ist, dass die Person Kennzeichnung, Eignung und Grenzen der im Betrieb vorhandenen Geräte versteht.
5. Übertragung auf den eigenen Betrieb
Die Ausbildung endet mit der Einweisung in den betrieblichen Zuständigkeitsbereich und die besonderen Gegebenheiten. Dazu gehören die Standorte der Feuerlöscher, Alarmwege, Sammelstellen, besondere Gefahren und gegebenenfalls Wandhydranten oder andere Feuerlöscheinrichtungen.
Nach einem externen Kurs liegt diese Einweisung beim Arbeitgeber, sofern sie nicht vor Ort in die Inhouse-Ausbildung integriert wurde. Bei einer Inhouse-Brandschutzhelferausbildung im eigenen Unternehmen lassen sich betriebliche Alarmwege und vorhandene Geräte direkt einbeziehen. Dokumentiert werden sollten Theorie, Praxis, Teilnehmende, Datum, ausbildende Person und die betriebliche Einweisung.
Welche Feuerlöscher stehen im eigenen Arbeitsbereich?
Wie wird intern und extern alarmiert?
Wo liegen Fluchtweg und Sammelstelle?
Welche Sonderrisiken verbieten oder verändern einen Löschversuch?
Wer übernimmt welche Aufgabe innerhalb der Brandschutzorganisation?

Häufige Fragen
Wie lange dauert die praktische Löschübung?
Die Dauer hängt von Gruppengröße und Gefährdung ab. Die DGUV nennt erfahrungsgemäß fünf bis zehn Minuten Übungszeit pro teilnehmender Person; besondere betriebliche Inhalte benötigen zusätzliche Zeit.
Darf die Übung nur digital stattfinden?
Nein. Für die Erstausbildung ist eine realitätsnahe praktische Übung mit Feuerlöscheinrichtungen vorgesehen. Eine virtuelle Simulation kann das eigene Bedienen eines Geräts nicht ersetzen.
Muss die Übung im Unternehmen stattfinden?
Nein. Sie kann an einem geeigneten Trainingsort oder beim Unternehmen stattfinden. Die Einweisung in die konkreten betrieblichen Gegebenheiten bleibt in beiden Fällen erforderlich.
Quellen und fachlicher Stand
Praktische Ausbildung unter kontrollierten Bedingungen
Jede Person übt selbst
Bitzer Brandschutz verbindet sichere Löschübungen mit klaren Entscheidungen zu Alarmierung, Rückzug und Eigengefährdung.




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