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Metallbrände: Warum Wasser und CO₂ den Brand verschärfen können

vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Metalle wirken auf den ersten Blick nicht wie typische Brennstoffe. In kompakter Form lassen sich viele Metalle nur schwer entzünden. Bei Spänen, Stäuben oder feinen Pulvern sieht das anders aus. Durch die große Oberfläche können beispielsweise Magnesium, Aluminium, Titan, Natrium oder Lithium heftig brennen.

Solche Brände gehören zur Brandklasse D. Sie erreichen sehr hohe Temperaturen und reagieren zum Teil mit Löschmitteln, die bei anderen Bränden selbstverständlich eingesetzt werden.


Was passiert beim Löschen mit Wasser?

Bei einem Metallbrand kann Wasser durch die große Hitze schlagartig verdampfen. Bestimmte Metalle reagieren zusätzlich chemisch mit dem Wasser. Dabei kann brennbarer Wasserstoff entstehen.

Am Beispiel von Magnesium lässt sich die Reaktion vereinfacht so darstellen:

Magnesium + Wasser → Magnesiumoxid + Wasserstoff


Der freigesetzte Wasserstoff kann sich entzünden. Vermischt er sich mit dem Sauerstoff der Luft, besteht zudem die Gefahr einer Knallgasreaktion. Das Wasser löscht den Brand daher nicht zuverlässig. Es kann die Situation erheblich verschärfen und brennendes Material verteilen.


Warum funktioniert ein CO₂-Löscher nicht?

Kohlendioxid löscht viele Flüssigkeitsbrände, weil es den Sauerstoff am Brandherd verdrängt. Bei sehr reaktionsfreudigen Metallen reicht das nicht aus.

Brennendes Magnesium kann dem Kohlendioxid den enthaltenen Sauerstoff entziehen. Das Metall brennt deshalb weiter. Vereinfacht läuft folgende Reaktion ab: Magnesium + Kohlendioxid → Magnesiumoxid + Kohlenstoff


Der CO₂-Löscher erzielt in diesem Fall keine Löschwirkung. Bei Metallbränden ist er deshalb ebenso ungeeignet wie Wasser, Schaum oder gewöhnliches ABC-Löschpulver.


Im Video: Wasser und CO₂ im Löschversuch



Im Video wird zunächst versucht, den Metallbrand mit Kohlendioxid (CO₂) zu löschen. Anschließend kommt Wasser zum Einsatz. Beide Versuche zeigen, weshalb diese Löschmittel bei brennendem Magnesium ungeeignet sind. Der Versuch fand unter kontrollierten Bedingungen statt und darf nicht eigenständig nachgestellt werden.


Wie werden Metallbrände gelöscht?

Für Metallbrände werden spezielle Metallbrandlöscher der Brandklasse D eingesetzt. Das Pulver wird vorsichtig und möglichst druckarm aufgebracht. Es deckt das brennende Metall ab, trennt es vom Luftsauerstoff und begrenzt die Wärmeabstrahlung. Abhängig vom Metall, vom Bearbeitungsverfahren und von der betrieblichen Gefährdung können weitere geeignete Sonderlöschmittel erforderlich sein. Auswahl, Menge und Bereitstellung müssen deshalb auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung und des Brandschutzkonzeptes festgelegt werden.


Im Brandfall gilt: Personen warnen, den Gefahrenbereich verlassen, den Notruf absetzen und die Feuerwehr ausdrücklich auf den Metallbrand hinweisen. Löschversuche dürfen nur durch unterwiesene Personen, mit dem geeigneten Löschmittel und ohne Eigengefährdung erfolgen.


Spezialbrandtraining auf Anfrage

Die praktische Bekämpfung von Metallbränden ist kein Bestandteil unserer regulären Brandschutzhelfer-Schulung. Betriebe, in denen brennbare Metalle verarbeitet, gelagert oder als Späne und Stäube freigesetzt werden, benötigen eine gesonderte Unterweisung.

Dafür bieten wir auf Anfrage ein Spezialbrandtraining an. Die Inhalte werden an die vorhandenen Metalle, Arbeitsverfahren und betrieblichen Gefährdungen angepasst.


Sie möchten ein Spezialbrandtraining für Ihren Betrieb anfragen? Sprechen Sie uns an.


 
 
 

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